Bundestagswahl 1976
Ergebnisse und Statistiken
Die Bundestagswahl am 3. Oktober 1976 brachte ein starkes Ergebnis für die regierende sozialliberale Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD), führte jedoch nicht zu einem Regierungswechsel. Die CDU/CSU unter ihrem Kanzlerkandidaten Helmut Kohl erreichte 48,6 % der Zweitstimmen und blieb damit stärkste Kraft. Die SPD konnte mit 42,6 % ihr bisher bestes Wahlergebnis erzielen und verteidigte zusammen mit der FDP, die 7,9 % der Stimmen erhielt, die Regierungsmehrheit. Sonstige Parteien kamen zusammen auf 0,9 % und verfehlten die Fünf-Prozent-Hürde.
Die Sitzverteilung im 8. Deutschen Bundestag stellte sich wie folgt dar: CDU/CSU erhielt 243 Sitze, die SPD 224 Sitze und die FDP 39 Sitze. Trotz des besseren Wahlergebnisses der Union sicherte sich die sozialliberale Koalition aus SPD und FDP eine Mehrheit von 263 der 518 Mandate. Helmut Schmidt wurde am 15. Dezember 1976 erneut zum Bundeskanzler gewählt und setzte die Zusammenarbeit mit der FDP fort.
Der Wahlkampf war stark von wirtschaftspolitischen Themen geprägt, insbesondere von der steigenden Arbeitslosigkeit und der Stabilität des Sozialstaats. Die Union versuchte mit Helmut Kohl als neuem Spitzenkandidaten, den politischen Wechsel zu erzwingen, konnte jedoch keine Regierungsmehrheit gewinnen. Die SPD profitierte von der Popularität Helmut Schmidts, der als Krisenmanager und Garant für wirtschaftliche Stabilität galt.
Die Wahlbeteiligung lag bei 90,7 %, was einen der höchsten Werte in der Geschichte der Bundesrepublik darstellt. Die Bundestagswahl 1976 war die letzte Wahl, in der die FDP noch in einer Koalition mit der SPD regierte. In den folgenden Jahren nahmen die Spannungen zwischen den Koalitionspartnern zu, was letztendlich 1982 zur Ablösung der sozialliberalen Koalition und zur Kanzlerschaft Helmut Kohls führte.
Sitzverteilung im Bundestag 1976
- CDU/CSU: 243 Sitze
- SPD: 214 Sitze
- FDP: 39 Sitze