Bundestagswahl 1980
Ergebnisse und Statistiken
Die Bundestagswahl am 5. Oktober 1980 brachte eine Bestätigung der sozialliberalen Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt. Die SPD konnte mit 42,9 % der Zweitstimmen ihr bis dahin bestes Ergebnis erzielen und blieb stärkste Kraft. Die CDU/CSU unter Kanzlerkandidat Franz Josef Strauß erreichte 44,5 %, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück und konnte keine Mehrheit erringen. Die FDP, der Koalitionspartner der SPD, kam auf 10,6 % und sicherte so die Fortsetzung der sozialliberalen Regierung. Sonstige Parteien, darunter erstmals die Grünen, erreichten zusammen 2,0 %, scheiterten jedoch an der Fünf-Prozent-Hürde.
Die Sitzverteilung im 9. Deutschen Bundestag spiegelte die Mehrheitsverhältnisse wider: Die SPD erhielt 218 Sitze, die CDU/CSU 226 und die FDP 53. Trotz der absoluten Stimmenmehrheit der Union reichte es nicht für eine Regierungsübernahme, da die FDP an der Seite der SPD blieb und Helmut Schmidt somit am 5. November 1980 erneut zum Bundeskanzler gewählt wurde.
Der Wahlkampf war geprägt von wirtschaftspolitischen Debatten, insbesondere zur steigenden Arbeitslosigkeit und Inflation. Zudem spielte die Außenpolitik eine große Rolle: Während Schmidt für seine enge Zusammenarbeit mit den USA und seine pragmatische Ostpolitik warb, trat Strauß mit einem stark konservativen, nationalen Profil auf, das insbesondere in Nord- und Westdeutschland auf Skepsis stieß.
Die Wahlbeteiligung lag bei 88,6 % und zeigte das große Interesse der Bevölkerung an der politischen Weichenstellung. Die Bundestagswahl 1980 sicherte der sozialliberalen Koalition eine weitere Amtszeit, doch bereits in den folgenden Jahren sollten sich Spannungen innerhalb der Regierung abzeichnen, die schließlich 1982 zum Bruch der Koalition und dem Machtwechsel zu Helmut Kohl führten.
Sitzverteilung im Bundestag 1980
- CDU/CSU: 226 Sitze
- SPD: 218 Sitze
- FDP: 53 Sitze