Bundestagswahl 2005
Ergebnisse und Statistiken
Die Bundestagswahl am 18. September 2005 führte zu einem äußerst knappen Wahlausgang und einem der spannendsten Regierungsbildungsprozesse in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Die CDU/CSU unter Angela Merkel gewann zwar die meisten Stimmen, erreichte mit 35,2 % jedoch ein schwächeres Ergebnis als erwartet. Die SPD unter Gerhard Schröder erzielte 34,2 % und blieb damit nur knapp hinter der Union. Die FDP konnte sich mit 9,8 % als drittstärkste Kraft etablieren, während Die Linke mit 8,7 % und die Grünen mit 8,1 % ebenfalls stabile Ergebnisse erzielten. Die sonstigen Parteien kamen zusammen auf 3,9 %, wobei keine von ihnen die Fünf-Prozent-Hürde überschreiten konnte.
Die Sitzverteilung im Bundestag spiegelte die knappen Wahlergebnisse wider. CDU/CSU erhielten 226 Sitze, die SPD kam auf 222 Mandate. Die FDP gewann 61 Sitze, die Linke 54 und die Grünen 51. Da weder eine Koalition aus Union und FDP noch eine rot-grüne Regierung eine Mehrheit hatte, begann ein langer Verhandlungsprozess über mögliche Koalitionen. Zunächst wurden Gespräche über eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP geführt, die jedoch von der FDP abgelehnt wurden. Auch ein Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen scheiterte früh.
Letztlich führte der politische Stillstand zur Bildung einer Großen Koalition zwischen CDU/CSU und SPD. Nach wochenlangen Verhandlungen wurde Angela Merkel am 22. November 2005 zur ersten Bundeskanzlerin Deutschlands gewählt und löste Gerhard Schröder ab. Diese Wahl markierte einen bedeutenden politischen Wechsel und leitete eine neue Ära unter Merkels Führung ein. Die Große Koalition sollte die deutsche Politik in den folgenden Jahren entscheidend prägen, insbesondere in der Bewältigung wirtschaftlicher Herausforderungen und der Sozialpolitik.
Sitzverteilung im Bundestag 2005
- CDU/CSU: 226 Sitze
- SPD: 222 Sitze
- FDP: 61 Sitze
- Grüne: 51 Sitze
- Linke: 54 Sitze